Verhaltensänderung

Die tibetische Medizin nutzt verschiedene Techniken, um dem Patienten zu helfen: Ernährung, Heilkräuter, Schröpfen, Massage und Akupunktur. Zu all diesen Arten gibt es jedoch noch eine weitere, die ebenfalls eine sehr wichtige Rolle in der tibetischen Medizin spielt: die Verhaltensänderung, ähnlichen heutigen Psychologen gleich zusetzen.

Bevor überhaupt eine Behandlung verschrieben wird, sieht sich der tibetische Arzt seinen Patienten genau an, um die Natur des Problems herauszufinden. Zahlreiche Krankheiten resultieren aus dem Ungleichgewicht zwischen den Körpersäften (Wind, Galle, Phlegma). Sobald dieses Ungleichgewicht festgestellt wurde, wird eine entsprechende Behandlung verordnet. Dabei werden fast immer auch bestimmte Verhaltensregeln mit eingebaut. Beispielsweise Meditation, Übungen, gesunde Ernährung und vernünftiger Schlaf.

Um eine gute Gesundheit und Vitalität zu erhalten und Krankheiten zu vermeiden, empfehlen die tibetischen Ärzte sich stets gesund zu verhalten. Zwei Punkte werden als die Hauptfaktoren für Unwohlsein und Krankheit erkannt: schlechte Ernährung und schlechtes Verhalten. Schlechtes Verhalten beinhaltet verschiedenste Formen wie übermäßiger Alkoholkonsum, sich unangemessen dem Wetter kleiden, ein unausgeglichenes Sexualleben, und zu viel zu reden - verbal oder nur im Geiste. Positives Verhalten wäre sich regelmäßig zu baden/waschen, Selbstanalyse, genügend Schlaf zu bekommen und die Balance in allen Lebensaspekten zu behalten. Das alles schützt davor, eine Krankheit zu bekommen, oder - im Falle eines Krankenbildes - helfen sie, schneller wieder zu genesen.

Wenn einer bereits krank ist, raten die tibetischen Ärzte meist zu Kombinationen von spirituellen Behandlungen wie sich selber zu analysieren oder zu meditieren. Oft muss der Patient erst in diese Praktiken eingeführt werden. Viele Menschen entscheiden sich für Yoga, weil sie hoffen, dass durch die physische Bewegung und die geistige Meditation ein Gleichgewicht entsteht. Hier gibt es gute Erfolge, besonders bei geistigen Erkrankungen.