Diät
Viele denken heute bei tibetischer Medizin an Massagen, Akupunktur oder komplexe Kräutermischungen. In Wirklichkeit ist die Hauptpraxis in der tibetischen Medizin die Ernährungsumstellung des Patienten. Alle anderen Behandlungsmethoden sind nur komplementär, aber nicht vorrangig, und werden eingesetzt, wenn allein die Ernährung nicht ausreicht, um der Krankheit Herr zu werden.
Tibetische Ärzte haben über die Jahrhunderte ihr Wissen über die richtige Ernährung und deren Unterschiede und ihr Zusammenspiel zwischen Körper und Geist studiert. Schwerpunkt ist hierbei die Balance im Bauch. Eine empfohlene Diät ist 50 % festes, 25 % flüssiges und 25 % Luft. Luft in diesem Fall ist der Platz, den Essen und Flüssigkeit brauchen, um sich zu vermengen. Das bedeutet, dass man niemals bis satt essen sollte, aber kurz vorher aufhören.
Die weiteren Ratschläge in der tibetischen Ernährung sind mit denen der westlichen gleichzusetzen. Dabei ist es wichtig eine ausgewogene Diät zu sich zu nehmen, Kohlenhydrate, Obst, Gemüse und wenig Fleisch. Tibeter empfehlen auch eine fettarme, zuckerarme und sodiumarme Diät. Tibeter raten jedoch dazu, viel heißes Wasser zu trinken, statt kaltes aus der Flasche.
Leidet der Patient an einer Krankheit oder schlechten Kondition, so untersucht der tibetische Arzt, welche seiner Körpersäfte nicht richtig fließt: Galle, Phlegma oder Sanguis. Danach stellt der tibetische Arzt eine passende Ernährung zusammen, damit der Körpersaft wieder in Balance kommt. Diese Art von Diät ist am effektivsten, wenn der Patient ohnehin schon eine ausgeglichene und gesunde Ernährung hatte.

