Atemtherapie

Tibetische Medizin ist ein System aus Diagnose und Therapie, die in der Himalaja-Region Asiens schon vor Tausenden von Jahren praktiziert wurde. In den Jahrhunderten wurde die tibetische Heilkunde von der buddhistischen Philosophie aus dem asiatischen Raum genauso wie von der Ayurveda Tradition aus Indien beeinflusst. Seit Tibet abgeschnitten ist, besteht die einzige Schule für tibetische Medizin in Dharamsala in Nordindien. Hier an dem Institut für Tibetische Medizin und Astrologie, auch als Men-Tse-Khang Hauptquatier bekannt, werden die Schüler der tibetischen Medizin geschult.

Um als ausgebildeter Arzt der tibetischen Medizin zu fungieren, muss er mindestens sieben Jahre studieren. Dabei erlernt er die Techniken der Diagnose, Heilkräuterkunde und physische Behandlungen genauso wie Philosophie und Poesie. Der Student der tibetischen Medizin lernt zu beobachten, zu fühlen und vor allem dem Patienten zuzuhören. In der tibetischen Heilkunde wird der Gedankenfluss mit dem persönlichen Verhalten zusammengebracht und ist genauso wichtig wie die physischen Symptome einer Krankheit. Der Zusammenhang zwischen psychologischem und emotionellen Wohlbefinden wird genau beobachtet. Behandlungen bestehen meist in der Verhaltensveränderung und einer Ernährungsumstellung zusammen mit physischer Behandlung und Heilkräutern.

Einer der wichtigen Techniken in der physischen Behandlung ist die Atmung. Yoga-Übungen für die Atmung wie das Feueratmen werden oft dazu benutzt, um Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen, um den Körper mit sich selber und der Außenwelt zu harmonisieren. Ayurvedische Pranayama Atemtechniken werden zumeist als erstes gelehrt, danach wird der Patient in andere Techniken eingeführt, wie beispielsweise Agni-Prasana. Position und Entspannung sind dabei ein ganz wichtiger Faktor. Ein- und Ausatmen sind befreiend, schnell und leicht. Tibetische Atemtechniken bringen Körper, Geist und Seele wieder in harmonischen Einklang und tragen erheblich zu einem allgemeinen Wohlbefinden und Vitalität bei.